„Jamaika“-Initiative: Barrierefreie Stadt

Die Koalition im Bonner Rat hat auf ihrer Klausur Anfang Juni beschlossen, in den kommenden Monaten die Barrierefreiheit des öffentlichen Raums besonders in den Blick zu nehmen. Die Innenstädte der Stadtbezirke sollen für alle Menschen zugängliche und attraktive Orte werden. Bei stadtplanerischen Aktivitäten soll künftig von vornherein der Aspekt der Barrierefreiheit berücksichtigt werden. So kann Bonn zu einem lebenswerten Ort für alle Menschen werden und sich im anstehenden Beethovenjahr als inklusive Stadt präsentieren.

Zur Umsetzung hat die Koalition inzwischen vier Anträge (s. unten) in die zuständigen Gremien eingebracht, weitere sollen folgen.  

Straßenoberflächen:

Der jetzige Mix an Bodenbelägen beispielsweise in der Bonner Innenstadt ist für viele Menschen ein echtes Hindernis, sei es für den Gebrauch von Rollstuhl oder Rollator, aber auch für Fahrradfahrer *innen und für Reisende mit Rollkoffer. „Der Einsatz von Grobpflaster, aber auch der ständige Wechsel von unterschiedlichen Pflasterarten mag schön aussehen, macht aber vielen Menschen die Fortbewegung schwerer“, so Dr. Annette Standop, sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion. „Bei der künftigen Sanierung oder Neugestaltung von Plätzen soll künftig von vornherein auf Nutzerfreundlichkeit geachtet werden.“

Sitzgelegenheiten in den Innenstädten:

Christoph Jansen (CDU), Bezirksbürgermeister von Bad Godesberg: „Darüber hinaus wollen wir in den Einkaufsstraßen und auf den Plätzen der Innenstädte mehr Sitzgelegenheiten bereitstellen, damit sich dort vor allem ältere Menschen kurz ausruhen können. Durch innovative Konzepte können solche Sitze platzsparend und kostengünstig beispielsweise an Laternen oder rund um Bäume angebracht werden. So entstehen auch kleine Orte der Begegnung.“

Hinweise auf Barrierefreiheit bei Bonn Information:

„Wir sind der Meinung, dass in den Broschüren und auf der Webseite der Bonn Information Angaben über die Barrierefreiheit von Hotels, Sehenswürdigkeiten, Verkehrsmitteln oder Kultureinrichtungen zentral abrufbar sein müssen. Ein derartiges Angebot fehlt derzeit noch, wodurch Reisende mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen sich weiterhin mühsam die notwendigen Informationen im Internet zusammensuchen müssen. Das wollen wir ändern“, so Jansen weiter, der auch der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU im Rat ist. „Im Blick auf das Beethovenjahr 2020 werden auch viele Gäste mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen nach Bonn kommen, die ohne großen Aufwand ihre Reisen planen wollen. Bonn sollte diese Gelegenheit nutzen, sich als inklusive Stadt weltweit bekannt zu machen“, ergänzt Standop.

Fußgängerampeln:

Der vierte Antrag zum Thema Barrierefreiheit befasst sich mit den Ampelschaltungen. „An einigen Fußgängerampeln sind die Grünphasen zum Überqueren der Straße für Ältere sowie für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu kurz. Deshalb möchten wir Fußgängerinnen und Fußgängern mehr Zeit geben, die Straße zu überqueren“, führt Elmar Conrads-Hassel (FDP), Vorsitzender der Liberalen Senioren NRW, aus. „Wir wollen untersuchen lassen, wie lang die Grünphasen wichtiger Fußgängerampeln aktuell sind, und diese bei Bedarf anpassen.“

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